| So hatten wir
sicher einen der schönsten Beobachtungsplätze, die man sich
vorstellen kann. Der Rest der Gruppe hatte es nicht so gut getroffen; sie war
in einem anderen Hotel untergebracht, wo die Beobachtungssituation von den
Terrassen nicht so optimal war. Zumindest war von dort der 1. und 2. Kontakt
nicht beobachtbar. So mussten die Beobachter in Richtung öffentlichen
Strand "wandern" , was zur Folge hatte, dass sich dort so etwas wie eine
"Santoriner Volkssternwarte" bildete. Doris und ihr Mann kamen zu uns auf die
Terrasse, da wir unsere Beobachtungen seit Jahren zusammen
durchführen. |
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Als Beobachtungsinstrument kam bei uns ein
"altgedienter" Vixen Fraunhofer Refraktor mit 102mm Öffnung und 1000 mm
Brennweite auf einer Vixen GPE Montierung zum Einsatz.
Um Fluggepäck einzusparen wurde auf die
Mitnahme der Gegengewichte verzichtet und vor Ort ein Gegengewicht bestehend
aus drei gefüllten Wasserflaschen und einem Stein "gebastelt".
Ein richtiges Beobachtungsprogramm war nicht
geplant; klar war nur, dass ein Großteil des Transit,
einschließlich des |
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| 1. und 2.
Kontaktes fotografisch und der 3. und 4. Kontakt - zeitlich hochaufgelöst
-mit einer Webcam aufgezeichnet werden sollten, um das Phänomens des
"schwarzen Tropfens" zu ergründen. |
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So
begann gegen 08:21 Ortszeit bei einer Sonnenhöhe von 26 Grad das
Spektakel. Zur visuellen Beobachtung hatten wir einen kleinen Borgrefraktor auf
einem Fotostativ und einen Feldstecher mit Baader´s wunderbarer
Sonnenfilterfolie aufgestellt, so dass wir vier den 1. und 2. Kontakt visuell
sehr schön beobachten konnten. Zwischendurch konnten wir unter dem
Sonnenschirm entspannen oder etwas Gutes essen. |
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Das Seeing war
wie erwartet (durch die großen Wasserfläche, über der die Sonne
stand) ganz ordentlich und über die 5 Stunden ziemlich konstant.
Übrigens war bei uns visuell beim Eintritt kein "schwarzer Tropfen" zu
sehen (mehr dazu weiter unten). |
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Etwas problematisch wurde die
Beobachtungssituation, als die Sonne Richtung Kulmination (78 Grad) stand.
Bedingt durch das kurze Reisestativ lagen wir
dann zum Teil fast waagerecht unter dem Teleskop.Zum 3./4. Kontakt, als die
Webcam eingesetzt wurde, zeigte sich wieder deutlich, dass Laptopbildschirme
(siehe rechtes Bild), während Sonnenschein im Freien praktisch blind sind
(wir haben unter der Decke jedenfalls ordentlich geschwitzt:-))) ) |
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Unsere
Beobachtungen Ab hier können Sie durch Anklicken der Bilder jeweils
eine vergrößerte Version laden (zurück zu dieser Seite mit dem
Browser). |
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Als Aufnahmekamera kam ausschließlich
eine digitale Spiegelreflexkamera Canon 300d zum Einsatz, wobei ca. alle 10
Minuten Aufnahmen im Fokus und mit einer Barlowlinse belichtet wurden (f =
2000mm). Die Belichtungszeiten lagen zwischen 1/2000 und 1/1000 Sekunde.
Objektivseitig kam ein alter, gelblich
getönter Lichtenknecker Filter zum Einsatz, da die Canon sehr
blauempfindlich ist, und so bereits ein Teil des unscharf abgebildteten
sekundären Spektrum des Fraunhofer Objektives abgeschnitten
wurde. |
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Da die Canonbilder bereits in digitaler Form
vorliegen, ist es mit der Bildverarbeitung einfach, das Farbbild in die RGB
Farbauszüge zu zerlegen, um im Graustufen-Modus weiterzuarbeiten. Das Bild
rechts zeigt den Grün-Auszug, der deutlich die schärfsten Bilder
liefert.
Leider gab es keine größeren
Sonnenflecken auf der Sonne. In dieser Situation gibt man sich dann schon mit
einem größeren Fackelgebiet zufrieden. |
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Die besten (schärfsten) Bilder gelangen
dann auch im Graustufenmodus mit der Webcam. Zusätzlich wurde hier ein
grünes Objektivfilter in Kombination mit einem Baader "Fringe Killer"
eingesetzt, welches fast monochromatisch um 550nm Wellenlänge arbeitete.
Linkes Bild zeigt zwei aufaddierte
Einzelbilder, aufgenommen mit einer Philipps TouCam Pro bei f = 2000mm,
belichtet je 1/5000 Sekunde. Hier wird schon die Struktur der
"Sonnenoberfläche" deutlich. Die Bilder entstanden kurz vor dem dritten
Kontakt. |
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Das rechte Bild zeigt die Zusammenstellung
dreier Webcambilder des dritten Kontaktes im zeitlichen Abstand von ca. 30
Sekunden .
Wobei sich auch in moderner Zeit die Frage
stellen muss, die schon die visuellen Beobachter der letzten Jahrhunderte
hatten: Wann genau ist der dritte Kontakt eigentlich? Durch die
Bildverarbeitung (Kontrast, Tonwert und Helligkeit) läßt er sich auf
den Webcambildern um einige Minuten hin- und herschieben.
Aufnahmedaten der drei Bilder wie oben, jedoch
nur Einzelbilder. |
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Das linke Bild zeigt eine Zusammenstellung des
3. und 4 Kontaktes im zeitlichen Abstand von je ca. 120 Sekunden. Die Webcam
lief in den letzten 25 Minuten durch und es wurde jede Sekunde ein Bild
belichtet, um ggf. zeitlich hochaufgelöst das Phänomen "Schwarzer
Tropfen" zu beobachten.
Die Serie zeigt eine Auswahl aus ca. 1500
Einzelbildern, Aufnahmedaten wie oben. |
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Ein paar Bemerkungen zum Phänomen des
"Schwarzen Tropfens". Visuell haben wir - wie viele andere Beobachter -
während des 1./2. Kontaktes nichts gesehen.
Wir sind der Meinung, dass - zumindest im
Amateurbereich - die Beobachtung des Phänomens durch die Seeingkonditionen
erzeugt wird und somit physikalisch praktisch nicht existiert. Unsere -
zeitlich hochaufgelöste - Webcamserie zeigt das eigentlich ganz deutlich.
Das rechte Bild zeigt eine Serie von vier Einzelbelichtungen (obere Reihe),
wobei die beiden mittleren Bilder bei deutlich schlechterem Seeing belichtet
wurden als das 1. und das 4. Bild. Die untere Reihe zeigt die oberen Bilder
leicht bildverarbeitet. Wird das Seeing schlecht ergibt sich sofort |
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der "Tropfen",
wird das Seeing wieder besser, verschwindet das Phänomen wieder. Die
Bilder dieser Serie liegen nur wenige Sekunden auseinander. |
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Eine Bestätigung dieser Vermutung zeigt
das linke Bild. Die drei Aufnahmen liegen jeweils ca. 30 Sekunden auseinander,
wobei die Venus mit einem Kreis markiert wurde.
Die Markierungen wurden eingebracht, um
sicherzustellen, dass die Venusscheibe nicht durch Seeingeffekte verformt
wurde. Die Schnittpunkte des jeweiligen Kreises mit dem Sonnenrand zeigen keine
geometrischen Verzerrungen. |
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| Die Kykladeninsel Santorin |
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Santorin ist eine der kleineren griechischen
Inseln in der Ägäis (ca. 27 km lang) und besteht aus dem
halbkreisförmigen Kraterwall eines ehemaligen Schildvulkans, der vor ca.
3.700 Jahren seinen letzten katastrophalen Ausbruch hatte.
Die wenigen Städte, wie hier im Bild Oia
und die Haupstadt Thira, sind von oben nach unten an den steilen, zum Meer
abfallenden Kraterwall gebaut. Die Architektur erinnerte uns stark an Bilder
von Hundertwasser.
Thira liegt ca. 300- und Oia ca. 250m
über dem Meerespiegel, wobei für uns Oia die deutlich angenehmere
Stadt war. In Thira legen alle Kreuzfahrtschiffe an, dementsprechend laut und
hektisch ist die Stadt. Auch die "Shoppingmeile" ist für dieses
Klientél ausgelegt. Oia ist wesentlich ruhiger und beschaulicher, viele
Künstler haben sich dort angesiedelt. Es ist einfach malerischer. |
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Die spezielle Lage der Städte hat einen
unangenehmen Nachteil oder auch Vorteil, je nach Standpunkt. Mit dem Auto ist
praktisch kein Haus zu erreichen. Es gibt nur die Möglichkeit sehr steile
Treppen hinauf- oder herunter zu steigen.
Will man zum Meer hinunter, kann man sich an
einigen markanten Stellen auf einem Esel einmieten und sich die 250- oder 300
Höhenmeter tragen lassen.
Am ersten Tag hatten wir ganz schön zu
pusten, um die vielleicht 50 Höhenmeter von unserem Apartment zur
Hauptstraße von Oia zu erklimmen, nach einer Woche ging es dann aber
schon ganz flott. |
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Santorin ist sicher auch keine typische
Badeinsel. Es gibt auf der dem Krater zugewandten steilen Seite einige sehr
spektakuläre Strände, die allerdings auch nur zu Fuß (oder mit
dem Boot) erreichbar sind und die meist, wegen der scharfkantigen Lavasteine,
das Tragen von Badeschuhen erfordern.
Auf der der Caldera gegenüberliegenden
flacheren Inselseite gibt es zwei lange feinkörnige Lavasandstrände,
die allerdings nahe dem Flughafen liegen. Aber man findet auch noch kleine,
malerische Strände mit herrlich klarem Wasser zum Schwimmen und
Schnorcheln. |
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Für den an Vulkanen oder Geologie
interessierten Touristen ist Santorin allerdings ein Traum. Entstanden vor ca.
3.700 Jahren durch einen mehrfachen gewaltigen Ausbruch eines Schildvulkans,
bietet die Insel von fast überall spektakuläre Ansichten und
Ausblicke.
Die Ausbrüche und darus folgende
gewaltige Flutwellen werden von Archäologen zeitlich in Zusammenhang mit
dem Untergang der Minoischen Kultur auf der Insel Kreta gebracht, die nur 100
km entfernt liegt. |
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An einigen Stellen des Kraters liegen bis zu
50m mächtige Bimssteinschichten frei.
Dieser Bimsstein wurde im 19. Jahrhundert
industriell in großem Umfang abgebaut und nach Ägypten zum Bau des
Suezkanals verschifft. Bimsstein vermischt mit Kalk härtet unter Wasser
aus.
Große Teile der Fahrrinne des Suezkanals
wurden mit Bimsstein aus Santorin gebaut. |
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Auf Santorin ist die geologische
Aktivität auch nach 3.700 Jahren noch nicht ganz erloschen. Erst Ende der
50er Jahre, gab es ein heftiges Erdbeben, welches die beiden großen
Städte Oia und Thira fast völlig zerstört haben. Viele
Santoriner wanderten damals aus
Auch heutzutage bebt die Erde relativ
häufig auf- und um Santorin herum (Meeresbeben).
Mit stolzen Segelschiffen kann man sich in
Tagestouren zum Zentralkegel des Vulkans fahren lassen. |
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Der Zentralberg des Vulkans besteht heute aus
zwei Inseln, die beide unterschiedlich alt sind.
Auf der größeren gibt es noch
einige Krater mit Dampf- und Schwefeldampfaustritten, in den Buchten der
kleineren und älteren Insel gibt es einige heiße Quellen auf dem
Meeresboden, wo man in herrlich warmem Wasser schwimmen kann.
Santorin ist sicher eine Reise wert und
für uns waren es 6 Tage traumhafter Urlaub nach Beobachtung des
Venustransit. |
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| Wer noch mehr Bilder von
Santorin sehen möchte, klicke hier! |
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| © 2004 O. u. D. Unbehaun, Rosi- und Wolfgang
Paech |