|
Ein Team von amerikanischen und
japanischen Wissenschaftlern verkündeten letzten Mittwoch, dem
15. Juli 1998, daß sie eine Galaxiengruppe entdeckt haben,
welche sich bisher erfolgreich vor den Blicken der Wissenschaftler
verborgen hatte. Sie soll bei ungestörter, direkter Sicht so hell
sein, daß sie an die Helligkeit des gesamten Universums
heranreicht.
Die Astronomen, von der Universität Hawaii und drei japanischen
Instituten, entdeckten die Gruppe der Galaxien in einem Wellenbereich
um einen Millimeter, also länger als das sichtbare oder infrarote
Licht. Sie verwendeten dazu ein neues Instrument, welches am
hawaiianischen James Clerk Maxwell Teleskop angeschlossen wurde.
Die Entdeckung der jungen, bisher verborgenen Galaxien ist wichtig,
weil es beweist, daß viel der Sternentstehung bisher verborgen
blieb, weil es mit konventionellen und/oder infraroten Instrumenten
nicht entdecken konnte.
Richard Ellis, Direktor des Institutes für Astronomie der
Universität Cambridge sagte, daß die neuen Beobachtungsmöglichkeiten
im Submillimeterbereich eine neue, aufregende Aera der kosmologischen
Erforschung einleiten; sie ist so bedeutend, daß man sie mit der
spektakulären Reparatur des Hubble Space Teleskops vergleichen könne.
Das neue Instrument, SCUBA ("Submillimeter Common User
Bolometric Array") ist eine Art Weltraumkamera JCMT. Insgesamt 51
Stunden wurde die Region SSA 13 aufgenommen, die längste
Observation, die jemals mit diesem Instrument gemacht wurde.
In diesen extremen Entfernungen können die Astronomen das Licht
von Galaxien nicht direkt sehen. Das von den Sternen ausgehende Licht
wird jedoch von der staubigen Umgebung absorbiert und als langwellige
Infrarotstrahlung abgegeben. Die Rotverschiebung, welche durch die
Expansion des Universums herrührt, verursacht eine Verlängerung
der Wellenlänge des Lichtes. Die daraus resultierende ins rot
verschobene Infrarotstrahlung wird von SCUBA entdeckt, aufgenommen und
für die Wissenschaftler sichtbar gemacht.
Die Astronomen vermuten, daß diese staubigen Galaxien die Größe
der bisher im sichtbaren und im infraroten Licht beobachteten Galaxien
um das 10 bis 100fache übersteigen. Dies könnte eine
erhebliche Revision in der Theorie der Entstehung der Sterne
verursachen, vielleicht muß auch das Alter des Universums neu
bestimmt werden.
Jedenfalls wankt die derzeitige Theorie, daß sich der Höhepunkt
der Sterngeburten ereignete, als das Universum ¾ seines jetzigen
Alters erreicht hatte. |