News vom 20.07.98

Entdeckungen mit SCUBA!

Ein Team von amerikanischen und japanischen Wissenschaftlern verkündeten letzten Mittwoch, dem 15. Juli 1998, daß sie eine Galaxiengruppe entdeckt haben, welche sich bisher erfolgreich vor den Blicken der Wissenschaftler verborgen hatte. Sie soll bei ungestörter, direkter Sicht so hell sein, daß sie an die Helligkeit des gesamten Universums heranreicht.

Die Astronomen, von der Universität Hawaii und drei japanischen Instituten, entdeckten die Gruppe der Galaxien in einem Wellenbereich um einen Millimeter, also länger als das sichtbare oder infrarote Licht. Sie verwendeten dazu ein neues Instrument, welches am hawaiianischen James Clerk Maxwell Teleskop angeschlossen wurde.

Die Entdeckung der jungen, bisher verborgenen Galaxien ist wichtig, weil es beweist, daß viel der Sternentstehung bisher verborgen blieb, weil es mit konventionellen und/oder infraroten Instrumenten nicht entdecken konnte.

Richard Ellis, Direktor des Institutes für Astronomie der Universität Cambridge sagte, daß die neuen Beobachtungsmöglichkeiten im Submillimeterbereich eine neue, aufregende Aera der kosmologischen Erforschung einleiten; sie ist so bedeutend, daß man sie mit der spektakulären Reparatur des Hubble Space Teleskops vergleichen könne.

Das neue Instrument, SCUBA ("Submillimeter Common User Bolometric Array") ist eine Art Weltraumkamera JCMT. Insgesamt 51 Stunden wurde die Region SSA 13 aufgenommen, die längste Observation, die jemals mit diesem Instrument gemacht wurde.

In diesen extremen Entfernungen können die Astronomen das Licht von Galaxien nicht direkt sehen. Das von den Sternen ausgehende Licht wird jedoch von der staubigen Umgebung absorbiert und als langwellige Infrarotstrahlung abgegeben. Die Rotverschiebung, welche durch die Expansion des Universums herrührt, verursacht eine Verlängerung der Wellenlänge des Lichtes. Die daraus resultierende ins rot verschobene Infrarotstrahlung wird von SCUBA entdeckt, aufgenommen und für die Wissenschaftler sichtbar gemacht.

Die Astronomen vermuten, daß diese staubigen Galaxien die Größe der bisher im sichtbaren und im infraroten Licht beobachteten Galaxien um das 10 bis 100fache übersteigen. Dies könnte eine erhebliche Revision in der Theorie der Entstehung der Sterne verursachen, vielleicht muß auch das Alter des Universums neu bestimmt werden.

Jedenfalls wankt die derzeitige Theorie, daß sich der Höhepunkt der Sterngeburten ereignete, als das Universum ¾ seines jetzigen Alters erreicht hatte.

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